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Es werden Posts vom Juni, 2025 angezeigt.

Du bist weg, aber ich trag dich noch.

Du bist weg. Aber ich trag dich noch. In Liedern, die plötzlich wehtun. In Straßen, die dich riechen. In Momenten, die nur dir gehören, auch wenn du sie nicht mehr willst. Ich hab geglaubt, Liebeskummer fühlt sich an wie Weinen. Aber es ist leiser. Wie Luft, die nicht reicht. Wie Lächeln, das lügt. Wie „Mir geht’s gut“, das brennt beim Aussprechen. Man sagt, die Zeit heilt. Aber Zeit tut auch weh. Sie nimmt dich mir nicht plötzlich – sondern stückweise. Und jedes Stück reißt. Ich hab dich nicht verloren, so wie man Schlüssel verliert. Ich hab dich verloren, so wie man ein Zuhause verliert – und dann trotzdem noch die Tür im Traum sucht. Ich lösche deine Bilder, und doch bist du da. Im Licht. Im Kaffee. Im ganz normalen Dienstag. Und weißt du, was das Schlimmste ist? Ich würd’s wieder tun. Würde mich wieder verlieren, wenn du’s wärst, wo ich ankomm. Aber du bist weg. Und ich muss bleiben. Muss weiter. Muss atmen. Also schreib ich. Nicht, um dich zurückzuholen. Sondern, um mich selbst ni...

Liebe ist kein schönes Wort

 Liebe ist kein schönes Wort. Nicht immer. Nicht für mich. Liebe war das Zittern in meiner Stimme, wenn ich „Bleib“ sagen wollte – und stattdessen „Ist schon okay“ sagte. Liebe war das Warten auf Nachrichten, die nie kamen. Das Gefühl, eine Priorität zu sein für jemanden, der mich nur in Pausen braucht. Man sagt, Liebe macht weich. Aber ich bin rau geworden davon. Kantiger. Weil ich gelernt hab, dass nicht jeder, der dich festhält, dich auch auffängt. Ich hab mich in Blicken verloren, die nichts versprochen haben und doch alles in mir versprachen. Ich hab „Ich liebe dich“ gesagt, mit jedem Teil von mir – und „Ich auch“ gehört, als Echo, nicht als Antwort. Liebe ist nicht immer rot. Manchmal ist sie grau. Manchmal schwarz. Manchmal fühlt sie sich an wie Schweigen, das zu laut ist. Aber weißt du, trotz allem: Ich liebe trotzdem. Noch immer. Trotz Narben. Trotz Nächten, in denen ich mich selbst nicht lieben konnte. Weil Liebe nicht nur das ist, was ich bekomme. Sondern das, was ich bi...

Ich schreibe, weil ich sonst verschwinde

Ich schreibe, weil meine Stimme zu leise ist, um gegen das Leben zu schreien. Weil wenn ich Gefühle laut sage, sie mir wie Fehler vorkommen. Aber auf Papier? Da sind sie erlaubt. Ich schreibe, weil ich nicht schlafen kann, wenn Worte in meinem Kopf wie Sturmlichter blinken. Weil da zu viel drin ist, und nirgends wohin. Also baue ich ihnen ein Zuhause aus Silben. Ich schreibe nicht Geschichten. Ich schreibe mich. Zerbrochen, versteckt, zwischen zwei Absätzen, in einem Halbsatz, den niemand beachtet  außer mir. Weißt du, es gibt Tage, da ist ein leeres Blatt das Einzige, was mir zuhört, ohne Fragen zu stellen. Und jedes Komma ist ein Atemzug, den ich sonst nicht nehmen kann. Ich schreibe, damit es nicht in mir bleibt und schimmelt. Damit die Tränen endlich irgendwohin dürfen. Damit der Schmerz einen Namen bekommt. Und ich mich selbst wiedererkenne. Vielleicht liest es niemand. Vielleicht zerreiß ich es. Aber für einen Moment war ich da. Ich. Ganz. Wirklich. Und das reicht manchmal. M...

Zwischen den Zeilen

Ich schreibe nicht, weil ich es will. Ich schreibe, weil ich es muss. Weil Wörter aus mir rinnen, wie Tränen, die nie laut genug geweint wurden. Ich fülle Seiten mit Zittern, mit Nächten, mit Dingen, die ich im echten Leben nie sagen könnte. Meine Tinte ist kein Werkzeug  sie ist ein Alibi. Ein stilles Geständnis auf linierte Beichtstühle. Jede Figur, die ich erschaffe, ist ein Schatten von mir. Nicht ich selbst  aber auch nicht ganz fremd. Und wenn du zwischen den Zeilen liest, siehst du’s. Siehst mich. Wie ich versuche, mich in Buchstaben zu verstecken, und trotzdem gefunden werden will. Denn Schreiben ist fühlen, mit Abstand. Leben, durch andere. Weinen, in Kapitel. Und irgendwann, hoffe ich, dass jemand eine Geschichte liest, die ich geschrieben habe, und denkt: „Ich dachte, ich bin allein.“ Und dann merkt, er ist es nicht.