Zwischen den Zeilen
Ich schreibe nicht,
weil ich es will.
Ich schreibe,
weil ich es muss.
Weil Wörter aus mir rinnen,
wie Tränen,
die nie laut genug geweint wurden.
Ich fülle Seiten mit
Zittern,
mit Nächten,
mit Dingen,
die ich im echten Leben nie sagen könnte.
Meine Tinte ist kein Werkzeug
sie ist ein Alibi.
Ein stilles Geständnis
auf linierte Beichtstühle.
Jede Figur, die ich erschaffe,
ist ein Schatten von mir.
Nicht ich selbst
aber auch nicht ganz fremd.
Und wenn du zwischen den Zeilen liest,
siehst du’s.
Siehst mich.
Wie ich versuche,
mich in Buchstaben zu verstecken,
und trotzdem gefunden werden will.
Denn Schreiben ist
fühlen,
mit Abstand.
Leben,
durch andere.
Weinen,
in Kapitel.
Und irgendwann,
hoffe ich,
dass jemand eine Geschichte liest,
die ich geschrieben habe,
und denkt:
„Ich dachte, ich bin allein.“
Und dann merkt,
er ist es nicht.
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