Du bist weg, aber ich trag dich noch.
Du bist weg. Aber ich trag dich noch. In Liedern, die plötzlich wehtun. In Straßen, die dich riechen. In Momenten, die nur dir gehören, auch wenn du sie nicht mehr willst. Ich hab geglaubt, Liebeskummer fühlt sich an wie Weinen. Aber es ist leiser. Wie Luft, die nicht reicht. Wie Lächeln, das lügt. Wie „Mir geht’s gut“, das brennt beim Aussprechen. Man sagt, die Zeit heilt. Aber Zeit tut auch weh. Sie nimmt dich mir nicht plötzlich – sondern stückweise. Und jedes Stück reißt. Ich hab dich nicht verloren, so wie man Schlüssel verliert. Ich hab dich verloren, so wie man ein Zuhause verliert – und dann trotzdem noch die Tür im Traum sucht. Ich lösche deine Bilder, und doch bist du da. Im Licht. Im Kaffee. Im ganz normalen Dienstag. Und weißt du, was das Schlimmste ist? Ich würd’s wieder tun. Würde mich wieder verlieren, wenn du’s wärst, wo ich ankomm. Aber du bist weg. Und ich muss bleiben. Muss weiter. Muss atmen. Also schreib ich. Nicht, um dich zurückzuholen. Sondern, um mich selbst ni...