Ich schreibe, weil ich sonst verschwinde

Ich schreibe,

weil meine Stimme zu leise ist,

um gegen das Leben zu schreien.


Weil wenn ich Gefühle laut sage,

sie mir wie Fehler vorkommen.

Aber auf Papier?

Da sind sie erlaubt.


Ich schreibe,

weil ich nicht schlafen kann,

wenn Worte in meinem Kopf

wie Sturmlichter blinken.


Weil da zu viel drin ist,

und nirgends wohin.

Also baue ich ihnen ein Zuhause

aus Silben.


Ich schreibe nicht Geschichten.

Ich schreibe mich.

Zerbrochen,

versteckt,

zwischen zwei Absätzen,

in einem Halbsatz,

den niemand beachtet 

außer mir.


Weißt du,

es gibt Tage,

da ist ein leeres Blatt

das Einzige,

was mir zuhört,

ohne Fragen zu stellen.


Und jedes Komma ist ein Atemzug,

den ich sonst nicht nehmen kann.


Ich schreibe,

damit es nicht in mir bleibt

und schimmelt.

Damit die Tränen

endlich irgendwohin dürfen.

Damit der Schmerz

einen Namen bekommt.

Und ich mich selbst

wiedererkenne.


Vielleicht liest es niemand.

Vielleicht zerreiß ich es.

Aber für einen Moment

war ich da.

Ich.

Ganz.

Wirklich.


Und das reicht manchmal.

Mehr als genug.


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